Erdbeben durch den kommenden Kohleabbau?

FDP-Fraktion weist auf Gutachten hin

Bald wird der Kohleabbau im Bereich der Nachbargemeinde Reisbach beginnen. Dabei sieht die Gemeinderatsfraktion der FDP für die Gemeinde Heusweiler die Gefahr neuer Erderschütterungen. In der letzten Ratssitzung rief der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ulrich Krebs die Situation in den Jahren 1994 und 1995 in Erinnerung.

Damals wurden die Menschen in Heusweiler durch Erdbeben aufgeschreckt, die bis zur Stärke 4,5 der modifizierten Mercalli-Skala reichten! Die Gemeinde gab daraufhin ein Gutachten beim Geowissenschaftlichen Institut der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität in Auftrag. Durch das Gutachten konnte die Entstehungsorte – die Hypozentren – dieser Beben festgestellt werden: zwischen Obersalbach und Reisbach. Ursache war der Kohleabbau unter Reisbach, genau in demselben Bereich, in dem nun wieder abgebaut werden soll, so Ulrich Krebs. War es 1994/95 das Flöz Schwalbach in den Heusweiler Schichten, so soll demnächst das tiefer liegende Flöz Wahlschied der Dilsburger Schichten ausgekohlt werden.

Das Problem dabei: Laut Gutachten entstanden damals die Beben in den sehr harten Horizonten des Holzer und des Merlebacher Konglomerats, die unter beiden Flözen liegen und auf die Druckentlastung reagierten. Es ist zu befürchten, schließt Ratsmitglied Ulrich Krebs, dass der erneute Abbau auch die gleichen unangenehmen Folgen haben wird. Er wies auch darauf hin, dass bei der Vorstellung der Abbaupläne durch die Leitung des Bergwerks immer nur davon gesprochen wurde, dass die Sandsteinschichten über dem Flöz keine großen Probleme bereiten sollten. Die FDP unterstützt jedenfalls die vom Kohleabbau betroffenen Bürger in den Ortsteilen der Gemeinde.